Panneschopp
Die Bedeutung des Begriffs Panneschopp ist vielen Menschen, selbst im Ostviertel, nicht mehr bekannt.
Bis vor einigen Jahren gab es noch eine Gaststätte, gegenüber der Feuerwehrhauptwache, die diesen eigentümlich klingenden Namen trug.
Im Pannenschopp wurden Dachziegeln hergestellt. Der Begriff aus dem Aachener Dialekt meint damit Dachziegelei bzw. im Dialekt wird Panne gesagt.
Die Siedlung Panneschopp wird Anfang der 1920iger Jahre erbaut.
Das große und moderne Wohngebiet erstreckt sich im Gebiet Lützow-, Elsass-, Stolberger- und Leipzigerstraße.
Die Stadt Aachen bzw. die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Aachen und Burtscheid finanzierte die Siedlung Panneschopp.
Ab 1885 war an dieser Stelle ein Kirmesplatz. Das war jahrzehntelang der angesagteste Amüsierort zu Ostern und im Sommer. Damals hatte sie den Namen Tolbetskermes. Tolbert ist Albert (von St. Adalbert) und Kermes ist Kirmes.
Die Kirmes muss 1920 wegen der besagten Neubauten weichen. Sie findet ab diesem Zeitpunkt im Westen Aachens statt und trägt seitdem den Namen Öcher Bend.
Der Grund für den Wohnungsbau war die enorme Wohnungsnot. Private Investoren fanden es unprofitabel, Wohnungen zu errichten, da die Mieteinnahmen aufgrund der Weltwirtschaftskrise nicht gesichert waren. Viele Menschen waren arbeitslos.
Zudem waren die hygienischen Bedingungen in den meisten "Wohnungen" jener Zeit katastrophal. Es gab hauptsächlich winzige Einraumwohnungen für die Industriearbeiter und deren Familien.
Zusätzlich verschärfte die Nachwirkung des 1. Weltkrieges die Situation, da viele Menschen aus den Regionen Eupen und Malmedy nach Aachen zogen und dringend nach Wohnraum suchten. Auch Soldaten der belgischen Armee nutzten diese Wohnungen als Unterkunft.
Diese Wohnungen wurden in einem völlig neuen Stil errichtet: mehrere Zimmer, elektrisches Licht, Toilette und Bad in der Wohnung, grüne Umgebung, Balkone und Außenflächen. Für die damalige Zeit war das äußerst komfortabel.
Nach dem 2. Weltkrieg waren die Wohnanlagen stark beschädigt. Die Instandsetzung der Anlage erfolgte erst 1949. Die letzte Renovierung fand im Jahr 2012 statt.
Der Kennedypark
1961 beschloss der Stadtrat von Aachen, das Gelände der ehemaligen Kaserne zu erwerben und es in einen Park umzuwandeln.
Am Gebäude der Kaserne nagte der Zahn der Zeit. Umfassende Sanierungsarbeiten wären erforderlich gewesen. Zu dieser Zeit sah niemand die Notwendigkeit, Millionen DM in einen alten, grauen Militärbau zu investieren. Daher wurde er abgerissen. Nur die Kinder und Jugendlichen bedauerten den Abriss, hatten sie doch jahrelang einen fantastischen Abenteuerspielplatz.
Die Aussicht, in einem Arbeiterviertel einen Park zu schaffen, ist eine Sensation. Man orientierte sich an den Revierparks im Ruhrgebiet.
Der Park erhielt den Namen Kennedypark und ist heute nicht mehr wegzudenken.
Hat Kennedy hier gelebt?
Nein. Viele junge Menschen kennen heutzutage den Namen nicht mehr. John F. Kennedy war Präsident der USA und wurde 1963 in Dallas ermordet. Deshalb gibt es in vielen Städten, sowohl im In- als auch im Ausland, Plätze und Straßen, die seinen Namen tragen.
So auch der Kennedypark, der schließlich 1966 eröffnet wurde. Ursprünglich sollte er Ostpark heißen. Dazu kam es glücklicherweise nicht.
Die Eingangssäulen der ehemaligen Kaserne stehen noch immer an derselben Stelle im Eingangsbereich des Parks.
Im Jahr 2007 fand eine Renovierung der Anlage statt.
Hinweisschilder und Tafeln informieren über den Ort und die Geschichte des Geländes.
Viele Jahre lang haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände und Behörden mit der Verbesserung des Ostviertels beschäftigt. Es wurden Ideen, Pläne und Initiativen eingebracht. Vieles davon wurde umgesetzt, aber einiges ist auch wieder eingeschlafen.
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.