Kriegsbegeisterung 1914 und Rheinische Republik

1914
1914

Am 4. August 1914 marschierten deutsche Truppen von Aachen aus in das belgische Staatsgebiet ein.

 

Die Kriegslust der deutschen Bevölkerung war groß. Das Ende ist jedoch bitter. In Deutschland gab es kaum Kriegsschäden. Der Krieg fand kaum auf deutschem Gebiet statt.

 

Anders in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Hier wütete die deutsche Armee grausam. Der Einsatz von Gas war verheerend.

 

 

 

 

Im Verlauf des lang anhaltenden Krieges wird die Versorgungslage im Deutschen Reich immer schlechter. Es wurden Armenküchen eingerichtet. Die Lage der armen Bevölkerung verschlechtert sich bis zum Ende des Krieges weiter.

 

Die Kriegsbegeisterung schwindet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 11. November 1918 kapituliert das Deutsche Reich.

 

 

 

 

Insgesamt verlieren durch den Krieg rund 9 Millionen Menschen ihr Leben.

 

Im Deutschen Reich gibt es rund 2,7 Millionen versehrte Kriegsteilnehmer. Der Anblick von entstellten und verstümmelten Menschen mit Prothesen gehörte in der Nachkriegszeit zum Alltag.

 

Der Friedensvertrag von Versailles legt fest, dass belgische Truppen das Deutsche Reich bis an den Rhein besetzen. Damit wurde auch Aachen besetzt.

 

Belgische Soldaten ziehen in die Gelbe Kaserne ein. Die Vennbahntrasse wird ab Roetgen belgisch – bis heute.

 

Das Deutsche Reich bzw. die Bundesrepublik Deutschland zahlten bis 2010 Reparationszahlungen in Höhe von ca. 123 Milliarden Goldmark.

Armeeaufmarsch vor dem Elisenbrunnen
Armeeaufmarsch vor dem Elisenbrunnen
Armenspeisung Beekstraße
Armenspeisung Beekstraße
1918
1918
1918
1918

Rheinische Republik

Zerstörungen im Aachener Rathaus
Zerstörungen im Aachener Rathaus

In Aachen sehen bürgerliche und adelige Kreise – bis hin zu Geistlichen – ihre Stunde gekommen. Sie empfinden die Folgen des verlorenen Ersten Weltkriegs als Schmach. Außerdem haben sie sich nie mit der Herrschaft der Preußen im Rheinland abgefunden.

 

Zunächst nutzen sie die schlechte Lage der Bevölkerung mit Hunger und Hyperinflation populistisch aus. Sie propagieren eine separate Republik vom Deutschen Reich. Zu ihren Wortführern zählt u. a. Konrad Adenauer.

 

Am 21. Oktober 1923 kommt es in Aachen zu einem bewaffneten Aufstand der Separatistenbewegung. In Aachen ist der Industrielle Leo Deckers der Anführer.

 

Zunächst in Aachen, später auch in Jülich, Erkelenz, Mönchengladbach und anderen linksrheinischen Städten finden Aufstände statt.

 

Die Aufständischen wollen sich vom Deutschen Reich abspalten und rufen die „Rheinische Republik“ aus. Der französischen Besatzung kommt das nicht ungelegen.

 

Die Bevölkerung unterstützt den Aufstand allerdings nicht.

 

Der großbürgerliche Aufstand wird schließlich durch die belgische Armee niedergeschlagen.

 

 

Die Anführer werden 1924 begnadigt. Leo Deckers zieht sich in seine Villa nach Luxemburg zurück.

Separatisten am Aachener Münsterplatz
Separatisten am Aachener Münsterplatz